Ostereier färben

Ostereier färben ist einfach. Und so schön. Ein Erfolgserlebnis.

Letztes Jahr habe ich die Eier zusammen mit einer Freundin gefärbt. Meine Freundin kauft jedes Jahr 10 Tüten mit getrockneten Pflanzenteilen in einer Apotheke. Die Eier werden zusammen mit den Pflanzenteilen zehn Minuten gekocht. Das Resultat ist umwerfend. Eier in allen Farben. Sonnengelb, maisgelb, zitronengelb, fliederfarben, dunkellila, walnussbraun, orangerot, magenta, olivgrün … und die Farben waren gar nicht grell, sondern ganz zart. Am liebsten hätte ich sie nie gegessen.

Über das Jahr hatte ich die Pflanzenteile selbser sammeln wollen (wozu in der Apotheke kaufen, wachsen doch in jedem besseren Garten und selbst gesammelt hat noch mehr Wert). Das fiel mir leider erst wieder ein, als wir im Abreisestress hektisch die letzten vermeintlich lebenswichtigen Utensilien in zusätzlichen Tüten in noch nicht völlig überladene Winkel des Autos stopften, beovor wir, Stunden nach der geplanten Abfahrtzeit, in die Osterferien aufbrachen. Kann man ja auch mit frischen Pflanzen machen, die gibt es schließlich auch in Spanien, dachte ich.

Ich erstellte eine Liste:

Gelb – Kamille, Kümmel, Safran

Rot – Rote Beete

Violett- Rotkohl

Grün- Brennesseln, Spinat

Goldbraun – Zwiebelschalen

Es gab noch mehr tolle Farben, aber ich wollte es nicht gleich übertreiben.

Ich fand Kamille, Rote Beete, Rotkohl und Spinat. Dem Rezept folgend kochte ich alles je 45 Minuten (ok, vorsichtshalber kochte ich jedes Gemüse mindestens 60 Minuten, die Rote Beete vergaß ich leider und als ich vom Spaziergang nach Hause kam, war nicht mehr viel davon übrig und ich mußte neue kaufen und alles wiederholen.) Ausserdem gab ich statt eines kleinen Spritzers mehrere große Spritzer Essig hinzu. Laut Rezept macht Essig die Farben intensiver und … fixiert er nicht auch? Aber ansonsten habe mich strikt an die Anleitung gehalten. 500g Gemüse auf einen Liter Wasser, den Sud nach der 45-minütigen Kochzeit durch ein Sieb pressen, die Flüssigkeit auffangen, fertig! Die Flüssigkeit sah super aus! Kirschrot, Violett, ein sattes Gelb …gut, das Grün war etwas blaß, aber sonst …toll! Dann werden die Eier im jeweiligen Saft gekocht. Zehn Minuten, sonst bekommen sie noch grüne Ränder. Mit der hellsten Farbe fange ich an. Kamillenteegelb. Nach sieben Minuten sind die Eier immer noch weiß oder braun, je nach Ei. Nicht das blasseste Gelb ist zu erkennen. Was jetzt? Nervös beginne ich Schränke zu öffnen und finde: colorante! In Spanien beliebter Ersatz für Safran, zu finden in Paellas, Reis, Nudeln, in allem … ich hasse colorante und ich hasse es, jetzt doch einen künstlichen künstlichen Farbstoff nehmen zu müssen. Aber will ich gleich den Spott über mich ergehen lassen, dass das stundenlange Gemüsesaftkochen nicht ein gefärbtes Ei hervorbringt? Nein! Ich reiße drei, nein, doch lieber fünf Päckchen colorante auf – gelben Farbstoff. Aus Maismehl. Mit drei Es – kippe den Inahlt aller in den Topf und lasse die Eier vorsichtshalber noch ein bisschen länger kochen. Für den Fall der Fälle koche ich die verblieben Eier zunächst noch ein paar Minuten im vom mir hergestellten Farbsaft. So ein schönes Violett und so ein leuchtendes Rot! Letzten Endes müssen aber doch alle das gelbe Bad passieren.

Am Ende habe ich immerhin zwölf schöne, mattgelbe Eier, Die braunen Eier bleiben braun, da hilft auch kein Farbstoff mehr. Aber immerhin konnte ich eine Zutat erfolgreich austauschen: die Speckschwarte zum Einreiben hatte ich durch Olivenöl ersetzt und die mit Öl eingeriebenen Eier glänzen ganz großartig. Die Farbpalette ist dieses Jahr eben etwas eingeschränkt. Ach,und meine Hände! Ja, meine Hände, die Schürze und die ehemals weiße Küchenbank  leuchten in wunderbarstem  Magenta. So ein schönes, kräfiges Rot! Das geht bestimmt nie mehr raus.

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